Sommersemester – Rheinbach, 16. April 2013

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Der Begriff „Kampagne“ stammt aus dem Wörterbuch des Militärs. „Kampagnen“ waren im 17./18. Jahrhundert Feldzüge. Sie hatten Expeditionscharakter (Rache, Strafe, Machtdemonstration). In der Regel gab es einen akuten Anlass. Es sollte ein begrenztes Ziel erreicht werden. Das möglichst schnell und verlustarm für die eigene Seite.

Goethe nahm einmal teil. Er beschrieb die „Campagne in Frankreich“. Herzog Karl Wilhelm Ferdinand von Braunschweig ist im August 1792 „mal schnell“ nach Paris marschiert. Er wollte die Revolutionäre zur Raison bringen. Er verrechnete sich. Seine Truppen scheiterten in der Kanonade von Valmy. Die Revolutionäre jagten die bunte Spielzeugarmee blutig nach Hause. Goethes Wort ist ein Eintrag ins Geschichtsbuch: „Von hier und heute geht eine neue Epoche der Weltgeschichte aus, und ihr könnt sagen, ihr seid dabei gewesen.“

Heute wird der Kampagnen-Begriff für vielfältige zivile Zwecke gebraucht. Das reicht von der „Rübenkampagne“ im Rheinland über Gesundheitskampagnen für Kondome oder gegen Bewegungsarmut bis hin zur flächendeckenden Einführung neuer Produkte.

Es gibt Pressekampagnen aller Art. Die Themenfelder sind unbegrenzt.

  • Unternehmen organisieren Imagekampagnen, um sich ihren Kunden zu empfehlen.
  • Parteien hoffen durch Wählerkampagnen auf Stimmenzuwachs.
  • Impfkampagnen sollen eine Population gegen den neuen Erreger immunisieren.
  • Aktionskampagnen bauen politischen Druck auf, um eine Entscheidung durchzusetzen oder zu verhindern.
  • Informationskampagnen sollen den Kenntnisstand der Gesellschaft über einen bestimmten Sachverhalt verbessern oder auch vernebeln.

Die Kampagne ist zunächst ein wertfreies Instrument für öffentliche Wirkung. Eine Bewertung ergibt sich erst aus Absicht und Ziel. Es geht es um eine strategisch durchgeplante Aktion mit zielgerichtetem Einsatz von Kräften und Material. Es soll möglichst große Effizienz erreicht werden.

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