Als PDF herunterladen Meine Damen und Herren,

ich begrüße Sie auch im Namen des Vorsitzenden Prof. Dr. Heit und meines Kollegen Dr. Sacher.

In der Ballade über die Entstehung des Buches „Tao Te King“ lässt Bertolt Brecht einen Zöllner auftreten. Bevor er dessen Grenzübertritt erlaubt, bittet er den weisen Lao Tse, sein Wissen aufzuschreiben.

Es gibt einen kleinen Aufenthalt. Er bringt 81 Sprüche zu Papier, die noch heute zum tiefen Gedankengut der Weltkultur gehören. Bertolt Brecht beendet sie mit den Worten:

Aber rühmen wir nicht nur den Weisen,
dessen Name auf dem Buche prangt,
denn man muss dem Weisen seine Weisheit erst entreißen.
Darum sei der Zöllner auch bedankt.
Er hat sie ihm abverlangt.

Sie merken, warum ich das zitiere.
Bei unserem Projekt ChinaKunst.Ruhr macht die Brost-Stiftung den „Zöllner“.
Prof. Dr. Smerling – der gewiss nicht nur China-Experte ist – hat die Idee entwickelt. Gemeinsam haben wir den Anlass geschaffen. Die drei Millionen Euro Zuwendung durch die Brost-Stiftung ermöglichen die Realisierung.

Träger und Organisator des Projektes ist die Stiftung Kunst und Kultur in Bonn.
Evonik zeigt ein hohes Maß an sozialer Verantwortung für unsere Region. Dafür, dass es auch dieses Projekt mitfinanziert und begleitet, haben wir herzlich zu danken. Weitere Unterstützer sind eingeladen.
Prof. Dr. Smerling ist ab Ostermontag mit Wirtschaftsminister Gabriel auf Delegationsreise in China. Wie wir ihn kennen, wird er das als Kontaktbörse nutzen.

Es geht uns um chinesische Kunst und Kultur.
Es geht uns genauso um unser Ruhrgebiet.
Es geht um dessen Beziehungen und Platz in der Welt.

Wie schon auf der Seidenstraße wandern Künstler, Wissenschaftler, Diplomaten, Abenteurer und Kaufleute auf dem gleichen Pfad.

Unsere Stiftung nimmt sich – auf der Basis ihrer formulierten Grundsätze – streng beim Wort:

  • Wir wollen entdecken, fördern und präsentieren, was unsere Region und was die Welt in unserer Region zu bieten hat.
  • So wichtig wie Gegenstände und Hardware sind uns dabei Kräfte und Ressourcen, die sich durch Kooperation stärken.
  • Wir wollen Potenzen zusammenbringen, die für sich getrennt zu schwach wären, große Herausforderungen zu bestehen.
  • Wir wollen global denken und regional handeln. Unser Horizont ist größer als der Tellerrand.
  • Wir wollen unterhalb der heiklen offiziellen Regierungsebene und dem offiziösen rituellen „Sprech“ über Verstehensversuche Verständigung anbahnen.
  • Wir wollen also Dinge tun und unterstützen, die sonst unerledigt blieben.

Das Ausstellungsprojekt ChinaArt.Ruhr erfüllt diesen Anspruch, ohne ihn zu erledigen.

Man hört zuweilen, an China führe kein Weg vorbei.
Wir wollen gar nicht vorbei.
Wir wollen mitten hinein.
Das heißt: Wir fragen nicht nach Handelsbilanzen und geostrategischem Kalkül.

Wir fragen nach der Seele dieses gewaltigen Kulturraums, also nach möglichst vielen Aspekten seiner Kunst. Wer die kennenlernen und studieren will, muss demnächst durchs Ruhrgebiet fahren.

Ob dieser große Verstehens- und Verständigungsversuch gelingt, liegt nicht nur an uns, sondern auch an Ihnen. Wir sind gespannt, ob und wie der „freilaufende Ruhri“ und alle Weltkulturinteressierten das Angebot annehmen werden.

Ich für meinen Teil freue mich einfach drauflos und bedanke mich bei den Akteuren.

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