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Meine Damen und Herren,

es ist einiges los in der großen und kleinen Politik. Umbruch, wohin man sieht. Globalisierung, Internet, digitale Revolution, neue Mitbieter auf dem Weltmarkt, Energiewende und Klimawandel. Der Globus schiebt keine ruhige Kugel. Der Verlust alter Gewissheiten erzeugt hektische Unruhe. Je nach Standpunkt zeigt sich das als Hoffnungen oder Ängste. Es gibt ja auch Gewinner und Verlierer. Auf allen Gebieten.

Wer sich an diesem Seminar beteiligt, will nicht, dass ihn die Entwicklungen herumschubsen. Er will sie überblicken und mitgestalten. Es gibt Voraussetzungen und Strukturen und immer auch Interessen.

Und wir haben eine Hypothese: Der politische Sektor (Parteien, Parlament, Regierung) schwächelt vor seiner Aufgabe, die Richtlinien vorzugeben. Die Entscheidungsträger leiden – wie wir alle – unter der wachsenden Unübersichtlichkeit der Verhältnisse. Wichtige Projekte der Infrastruktur sind technisch, sozialpsychologisch, juristisch und logistisch von einer kaum noch durchschaubaren Komplexität. Das lähmt. Da ist man lieber in der Etappe als an der Front. Man flüchtet sich in Symbolpolitik und Worthülsen. Man zeigt theatralischen Aktionismus, bringt aber nichts voran.

Auch die wissenschaftliche Beratung hat es schwer. Sie produziert voluminöse Expertisen, bemüht sich auch um Anschaulichkeit und zusammenfassende Merksätze, der „freilaufende“ Politiker legt sie oft ungelesen ins Regal.

Lobbyisten stiften zusätzlich Verwirrung mit Hochglanzbroschüren und widersprüchlichen Kursempfehlungen. Auch die mediale Begleitung ist kurzatmig und wetterwendisch. Viel Zeit und Kraft gehen an parteipolitische Pseudo-Konflikte verloren. Notwendige Entscheidungen geraten auf die lange Bank. Es fehlt die langfristige Perspektive, der verlässliche Rahmen. Und es fehlt an markanten Persönlichkeiten, die das als richtig Erkannte selbstbewusst vortragen.

Das alles erzeugt vermeidbare Defizite. Die Wirtschaft scheut teure Investitionen, wenn sie vor unkalkulierbaren Risiken steht. Für Großprojekte der Infrastruktur braucht sie die breite Akzeptanz der Gesellschaft.

Es wäre jedoch zu einfach, den Schwarzen Peter nur der Politik zuzuschieben. Großunternehmen ringen oft mit ihrer eigenen Trägheit. Sie verlassen sich länger als klug auf ihre Erfolge und verschlafen wichtige Veränderungen des Umfelds. „Too big to fail“ ist ein schwaches Geschäftsmodell. Die klammen Staaten sind nicht mehr wie früher bereit, Vergangenheit zu subventionieren. – Die Energiewende ist dafür ein gutes Beispiel. Weniger gefährdet sind mittelständische Unternehmen. Sie haben das Ohr näher an den Graswurzeln und können flexibel reagieren. In Deutschland sind sie übrigens das Rückgrat der Wirtschaft.

Für alle Unternehmen gilt: Sie müssen eine eigene Kommunikationskultur entwickeln. Sie müssen im Spiel der Kräfte und Meinungen eine neue Rolle lernen und sie möglichst überzeugend darstellen. Das Neue ist nicht in der Welt, weil es erfunden wurde. Es muss sinnvoll sein und wünschbar erscheinen.

Wenn sich die Politik de-legitimiert, um sich nicht angreifbar zu machen, muss sich die Wirtschaft eine eigene Legitimation verschaffen und Farbe bekennen. In offenen Gesellschaften entsteht Legitimation aber nur durch Zustimmung und ehrlichen Diskurs.

Wir haben einen Gast aus dem real existierenden Leben. Thomas Hüser leitet ein bedeutendes Medienbüro in Essen. Er kümmerte sich um die Öffentlichkeitsarbeit z.B. des Initiativkreises Ruhr. Das ist ein Zweckbündnis von rund 70 Unternehmen des Reviers. Sie bündeln Know-how und Kräfte, um den Strukturwandel zu fördern. Sie tun es unter erschwerten Bedingungen. Es geht nämlich um eine Region, die in alle Ewigkeit für die Altlasten ihrer Goldgräberzeit zahlen muss. Das sind nicht nur ein paar Risse in Häuserwänden. Das ganze Revier stünde rund 20 Meter unter Wasser, wenn dieses nicht ständig abgepumpt würde.

Thomas Hüser übersetzt Interessen und Ziele in den Sprachgebrauch der Leute. Er berät Firmen und stellt ihrer Öffentlichkeitswirkung ein hochentwickeltes Instrumentarium zur Verfügung. Er und seine Mitarbeiter tragen dazu bei, den Menschen ein Bild ihres Landes zu machen, von dem sie sich wünschen, dass ihm die Wirklichkeit ähnlich wird.

Das geschieht nicht im Wolkenkuckucksheim, sondern mit konkreten Projekten. Aufwand und Ertrag müssen in einem vernünftigen Verhältnis stehen; keine leichte Aufgabe auf einem Gebiet, das nur schwer zu berechnen und zu steuern ist.

Ein besonderes Feld seiner Zuwendung ist die „Brost Stiftung“, benannt nach den Mitbegründern und ehedem Mit-Inhabern der WAZ-Mediengruppe. Sie haben einen Teil ihres Vermögens in diese Stiftung eingebracht, um z.B. die Professionalisierung junger Journalisten zu fördern, Kulturprojekte anzustoßen und in Brennpunkten der Gesellschaft Hilfe zur Selbsthilfe zu leisten.

Thomas Hüser kann uns sein Berufsfeld beschreiben. Er weiß, wie man Themen auf die öffentliche Agenda bringt. Er weiß viel über Konsistenz und Prägnanz von Botschaften, die sich beim Empfänger einnisten sollen. Er stellt Informationen bereit und gestaltet Medien. Er versteht die Kunst, Forschungsdaten, Planungen und Betriebsziele so verständlich zu formulieren, dass ihnen eine breite Schicht der Bevölkerung zustimmen kann.

Mit Herrschaftswissen und konspirativen Treffs im Hinterzimmer ist heute nichts mehr zu erreichen. Deshalb bringt er Gruppen und Experten zusammen, organisiert Kongresse und andere öffentliche Veranstaltungen.

Wie macht man das? – Lieber Herr Hüser, öffnen Sie Ihr Nähkästchen!

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